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Ihr Übersetzer für die Sprache der Vorsorge


Willkommen zum großen Glossar Patientenverfügung. Die Welt der Medizin und des Rechts hat ihre eigene Sprache, die oft Angst machen kann. Dieses Glossar ist Ihr persönlicher Übersetzer. Es nimmt den fremden Begriffen ihren Schrecken und gibt Ihnen die Klarheit, die Sie für eine selbstbestimmte Entscheidung benötigen.

Ein aufgeschlagenes Buch als Symbol für das Glossar Patientenverfügung.

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Begriffe im Glossar Patientenverfügung

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Was ist eine Analgosedierung?

Eine Kombination aus Schmerzmitteln (Analgesie) und Beruhigungsmitteln (Sedierung). Ziel ist ein schmerzfreier, angstfreier und schlafähnlicher Zustand (Dämmerschlaf), z. B. während einer künstlichen Beatmung.

Was ist ein apallisches Syndrom (Wachkoma)?

Ein Zustand schwerster Hirnschädigung, bei dem der Patient wach erscheint, aber keine Anzeichen von Bewusstsein oder gezielter Interaktion mit der Umwelt zeigt. Eine der zentralen Situationen, die in einer Patientenverfügung geregelt werden.

Was ist ein ARDS (Acute Respiratory Distress Syndrome)?

Das akute Lungenversagen ist ein lebensbedrohlicher Zustand, bei dem die Lunge den Körper nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgen kann. Ursache ist häufig eine Infektion, wie eine Lungenentzündung oder eine generalisierte Infektion (Sepsis). Das ARDS ist ein häufiger Grund für eine künstliche Beatmung auf der Intensivstation.


Was ist eine Betreuungsverfügung?

Ein schriftlicher Vorschlag, den Sie an das Betreuungsgericht richten. Er macht einen Vorschlag, wer im Bedarfsfall zum rechtlichen Betreuer bestellt werden soll. In der Betreuungsverfügung kann auch festgelegt werden, wer auf keinen Fall als Betreuer eingesetzt werden soll. Das Betreuungsgericht ist weitgehend an diese Verfügung gebunden. Bei der Betreuungsverfügung handelt es sich um einen Plan B, wenn keine Vorsorgevollmacht existiert.


Was ist eine Dialyse („künstliche Blutwäsche“)?

Die Dialyse ist ein medizinisches Verfahren, das die Funktion der Nieren teilweise ersetzt, wenn diese nicht ausreichend arbeiten. Sie zählt daher zu den sogenannten Nierenersatzverfahren. Während die Dialyse bei chronischen Dialysepatienten meist für mehrere Stunden an 3 bis 4 Tagen in der Woche durchgeführt wird, handelt es sich auf der Intensivstation meist um ein kontinuierliches, dialyseähnliches Verfahren (z. B. CVVH). Für die Mehrheit der Intensivpatienten ist dies nur eine temporäre Brücke zur Genesung.


Was ist eine ECMO (extrakorporale Membranoxygenierung)?

Die extrakorporale Membranoxygenierung (ECMO) ist ein intensivmedizinisches Verfahren, das bei schwerstem Herz- oder Lungenversagen die Funktion dieser Organe temporär übernimmt. Über Katheter wird Blut aus dem Körper geleitet, in einer künstlichen Lunge (Oxygenator) mit Sauerstoff angereichert, von Kohlendioxid gereinigt und zurückgepumpt. Dies dient als „Brücke“ zur Erholung. 

Was versteht man unter der Einwilligungsfähigkeit?

Die Einwilligungsfähigkeit ist die Fähigkeit einer Person, die Bedeutung, Tragweite und Risiken einer medizinischen Maßnahme zu verstehen und danach eine freie Entscheidung zu treffen, um so eine wirksame Einwilligung zu geben. Sie stellt die grundlegende Voraussetzung für die Erstellung einer gültigen Patientenverfügung dar.


Was versteht man unter einer Intubation?

Das Einführen eines Beatmungsschlauches (Tubus) durch den Mund oder die Nase in die Luftröhre, um eine künstliche Beatmung zu ermöglichen. Man spricht in diesem Fall von einer »invasiven Beatmung«. Während ein Patient intubiert ist, kann dieser nicht sprechen.


Was sind Katecholamine?

Unter Katecholaminen versteht man hochwirksame Medikamente zur Stabilisierung des Blutdrucks, des Kreislaufs, sowie der Herzleistung auf der Intensivstation. Typische Medikamente sind Arterenol und Dobutamin. Meist werden diese über einen Zentralen Venenkatheter zugeführt. 

Was ist ein Klinisches Ethik-Komitee (KEK)?

Ein unabhängiges Beratungsgremium im Krankenhaus, das in ethischen Konfliktfällen (z. B. bei Uneinigkeit über einen Behandlungsabbruch) vermittelt. Es kann die dritte Stufe einer „Eskalationsleiter“ bei einer Auseinandersetzung zwischen Bevollmächtigten und Behandlungsteam darstellen.


Was ist eine Magensonde?

Ein dünner Schlauch, der meist durch die Nase in den Magen vorgeschoben wird. Er dient zur Ableitung von Magen- und Darmsekret sowie der kurzfristigen künstlichen »enteralen« Ernährung.


Was ist eine Patientenverfügung?

Eine Patientenverfügung ist Ihre schriftliche Willenserklärung, in der Sie für die Zukunft festlegen, welche medizinischen Maßnahmen Sie wünschen oder ablehnen. Hierbei müssen die Situation und die in dieser gewünschten oder verweigerten Maßnahmen genau beschrieben werden. Das „Was“ Ihrer Vorsorge.

Was ist eine palliative Sedierung?

Unter einer palliativen Sedierung versteht man eine medizinische Maßnahme in der letzten Lebensphase, bei der das Bewusstsein auf Wunsch eines Patienten mittels Medikamentengabe so weit reduziert wird, dass unerträgliches Leid nicht mehr wahrgenommen wird. Es handelt sich also um eine Art der Narkose in einer speziellen, todesnahen Situation.

Was ist eine PEG-Sonde (Perkutane Endoskopische Gastrostomie)?

Die PEG ist eine Ernährungssonde, die durch die Bauchdecke direkt in den Magen gelegt wird, um eine langfristige künstliche »enterale« Ernährung zu ermöglichen.

Was ist eine Punktionstracheotomie?

Unter einer Punktionstracheotomie versteht man eine moderne, schonende Form des Luftröhrenschnitts (Tracheotomie), die meist direkt am Intensivbett durchgeführt wird und eine Langzeitbeatmung sicherer und komfortabler macht.


Was ist eine Reanimation (Wiederbelebung)?

Der Versuch, bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand durch Herzdruckmassage, Beatmung und ggf. Defibrillation die Organfunktionen, speziell die Sauerstoffversorgung des Gehirns, künstlich aufrechtzuerhalten und die Herzfunktion wiederherzustellen.

Was ist das Reichweitenproblem?

Hierbei handelt es sich um den juristischen Grundsatz, dass eine Patientenverfügung nur dann bindend ist, wenn sie die konkrete Lebens- und Behandlungssituation treffend beschreibt. Dies ist der Grund, warum pauschale Ankreuz-Formulare oft versagen.


Was ist eine Sepsis („Blutvergiftung“)?

Eine Sepsis (umgangssprachlich „Blutvergiftung“) ist eine lebensbedrohliche Komplikation einer Infektion, bei der die körpereigene Immunreaktion außer Kontrolle gerät und eigenes Gewebe und lebenswichtige Organe schädigt. Dies kann zu dem Versagen von Organen führen und einen medizinischen Notfall darstellenAuslöser können Bakterien, Viren, Pilze oder Parasiten sein, die eine schwere Infektion verursachen, worauf das Immunsystem mit einer Überreaktion antwortet. Die Sepsis stellt auf der Intensivstation eine häufige Diagnose dar. 


Was ist der Therapiezielwechsel?

Unter dem Therapiezielwechsel wird die bewusste Entscheidung verstanden, das Ziel einer Behandlung von „Heilen“ (kurativ) auf „Lindern“ (palliativ) zu ändern. Es handelt sich um ein zentrales Konzept bei unheilbaren Krankheiten. Ein Therapiezielwechsel kann auch aufgrund der Entscheidung des Patienten oder seines Bevollmächtigten erfolgen. 

Was ist ein therapeutischer Versuch?

Ist noch nicht sicher bekannt, in welche Richtung sich eine Erkrankung entwickelt und welcher Therapieansatz in diesem speziellen Fall am erfolgversprechendsten ist, kann ein therapeutischer Versuch mit einer medizinischen Behandlung erfolgen. Ein therapeutischer Versuch kann auch eine Verfügung in einer Patientenverfügung darstellen, einer Maßnahme für einen begrenzten Zeitraum zuzustimmen, um die Prognose zu klären. Es handelt sich um ein intelligentes Werkzeug für die Grauzonen der Medizin.

Was ist eine Tracheotomie (Luftröhrenschnitt)?

Bei der Tracheotomie handelt es sich um einen Eingriff, bei dem eine Kanüle durch einen Schnitt am Hals direkt in die Luftröhre eingeführt wird, um eine kleine Langzeitbeatmung zu ermöglichen. Im Gegensatz zur Punktionstracheotomie wird dieser Eingriff meist im Operationssaal durchgeführt. 


Was ist eine Vorsorgevollmacht?

Eine Vorsorgevollmacht stellt die schriftliche Bevollmächtigung einer Vertrauensperson dar. Diese darf in Ihrem Namen handeln und entscheiden, sobald Sie selbst hierzu nicht mehr in der Lage sind. Das „Wer“ Ihrer Vorsorge und das wichtigste Instrument zur Vermeidung einer gerichtlichen Betreuung.


Was ist ein Zentraler Venenkatheter (ZVK)?

Ein ZVK ist ein dünner Schlauch, der in eine große, zentrale Körpervene (z. B. am Hals) eingeführt wird. Er ist notwendig, um hochwirksame Medikamente wie Katecholamine sicher zu verabreichen, die kleinere Venen schädigen würden. Er wird auch zur künstlichen (parenteralen) Ernährung verwendet.

Der vollständige Kontext

Dieses Glossar ist ein Auszug aus meinem umfassenden Ratgeber „Selbstbestimmt bis zuletzt“. Erhalten Sie alle Definitionen im Detail, zusammen mit praxiserprobten Formulierungen und Anleitungen.

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