
Ihr medizinischer „Übersetzer“ für eine wirksame Selbstbestimmung
Zwischen dem Willen eines Patienten und der Realität der Intensivmedizin liegt oft eine tiefe Kluft aus Fachsprache und Missverständnissen. Ich sehe meine Aufgabe darin, diese Kluft zu überbrücken. Als Ihr medizinischer „Übersetzer“ sorge ich dafür, dass Ihre Werte in eine Sprache gefasst werden, die von Ärzten verstanden und respektiert wird – für eine Selbstbestimmung, die auch im Ernstfall Bestand hat.
Mein Weg vom Intensivmediziner zum Vorsorge-Experten
Es war einer dieser klaren, kalten Wintertage, an denen die Sonne durch das Krankenhausfenster schien und eine trügerische Wärme vortäuschte. Ich saß mit meiner Mutter dem Oberarzt der Intensivstation gegenüber. In diesem Raum saßen drei Ärzte. Doch für meine Mutter und mich trat unsere ärztliche Professionalität in den Hintergrund. Wir waren in diesem Moment hauptsächlich eines: eine Familie am Scheideweg.
Mein Vater lag seit Tagen beatmet auf der Intensivstation. Es war sein dritter Aufenthalt in diesem halben Jahr. Die Tracheotomie, der Luftröhrenschnitt, der ihn schon seit Jahren begleitete, war für uns zur Normalität geworden. Aber dieses Mal war alles anders. Sein Körper kämpfte nicht mehr nur gegen seine Grunderkrankung, sondern nun auch gegen das fortschreitende Versagen seiner Nieren.
Der Kollege sprach ruhig und sachlich, so wie ich es selbst viele Male getan hatte. Er erklärte uns die medizinischen Möglichkeiten. Eine Dialyse, eine künstliche Blutwäsche, sei technisch machbar. Doch dann stellte er die eine, alles entscheidende Frage, die das Herz jeder Vorsorge ist:
„Was hätte Ihr Vater, Ihr Ehemann gewollt? Was entspricht seinem mutmaßlichen Willen?“
In diesem Moment zerfiel meine professionelle Rüstung. Ich war nicht mehr der junge Assistenzarzt, der schon viele medizinische Entscheidungen miterlebt hatte. Ich war der Sohn. Meine Mutter, selbst erfahrene Ärztin, rang sichtlich mit derselben Doppelrolle, gefangen zwischen professionellem Wissen und einer tiefen persönlichen Betroffenheit, die einem den Atem nimmt.
Wir kannten meinen Vater. Es war uns bewusst, wie er über Würde, Lebensqualität und Selbstbestimmung dachte. Wir wussten, dass er ein erfülltes, reiches Leben gelebt hatte und sich niemals an Maschinen hätte hängen lassen wollen, wenn keine realistische Aussicht auf eine für ihn lebenswerte Besserung bestanden hätte.
Die Entscheidung gegen die Dialyse fiel uns untragbar schwer, aber sie war im tiefsten Inneren richtig. Sie war seine Entscheidung, die wir für ihn aussprechen mussten. Wenige Tage später verstarb mein Vater friedlich, ohne eine weitere, für ihn sinnlose und belastende Therapie.
Diese Erfahrung hat mein Leben verändert. Sie hat mir mit einer Wucht gezeigt, die kein Lehrbuch vermitteln kann, wie unendlich wichtig es ist, dass Menschen ihre Wünsche für das Lebensende klar formulieren. Nicht nur für sich selbst, sondern vor allem für ihre Angehörigen. Denn auch wenn wir als Familie zusammenhielten und eine Entscheidung im Sinne meines Vaters treffen konnten, blieb eine quälende Frage zurück: Was, wenn wir uns geirrt hätten? Eine schriftlich fixierte Patientenverfügung hätte uns nicht die Trauer genommen, aber sie hätte uns die Last der Verantwortung genommen und uns absolute Gewissheit und Entlastung geschenkt. Nur Patientenverfügungen waren damals – es war 1992 – noch nicht üblich.
Diese persönliche Betroffenheit machte ich zu meiner beruflichen Lebensaufgabe.
Aus dieser persönlichen Betroffenheit wurde meine Berufung. Die Fragen, die mich an jenem Wintertag am Bett meines Vaters beschäftigten, ließen mich nie wieder los. Sie führten mich auf einen Weg, der mich über mehr als zwei Jahrzehnte durch die deutsche Intensivmedizin führen sollte: als Oberarzt, als Leiter einer Weaning-Station, auf der Menschen lernen, wieder selbstständig zu atmen, und schließlich als Chefarzt, der eine Klinik für interdisziplinäre Intensivmedizin gründete und aufbaute.
In all den Jahren habe ich sehr viele Familien in ähnlichen Situationen begleitet. Ich habe gesehen, wie viel Frieden eine klare Willensäußerung stiften kann – und wie viel Leid und Verzweiflung entsteht, wenn sie fehlt. Mein Engagement in Ethikkomitees und meine Ausbildung zum Berater für Ethik in der Medizin sind der direkte Ausdruck meines Wunsches, die Lücke zwischen medizinischer Machbarkeit und menschlicher Würde zu schließen.
Heute begleite ich Menschen wie Sie dabei, diese wichtigen Entscheidungen gut informiert zu treffen und festzuhalten. Denn ich weiß aus eigener Erfahrung: Es geht nicht nur um medizinische Maßnahmen. Es geht um Würde, um Selbstbestimmung und um die Liebe zu den Menschen, die wir zurücklassen.
Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, was Sie sich für Ihr Lebensende wünschen? Und haben Ihre Angehörigen die Sicherheit, diese Wünsche zu kennen und in Ihren Sinnen handeln zu dürfen?
Wichtige Stationen & Qualifikationen
Was das für Sie bedeutet
Meine jahrzehntelange Erfahrung im Bereich Intensivmedizin – von der universitären Intensivstation, über die Leitung einer Beatmungsentwöhnungs-Klinik bis zur Gründung einer Klinik für interdisziplinäre Intensivmedizin – hat mir eine einzigartige Perspektive gegeben. Ich kenne die Fallstricke und die unpräzisen Formulierungen, die im Ernstfall zu Leid führen. Dieses gesamte Wissen habe ich in mein Buch einfließen lassen. Es ist mehr als ein Ratgeber – es ist eine praxiserprobte Anleitung, um Ihre Selbstbestimmung medizinisch und rechtlich unangreifbar zu machen.
Was zukünftige Leser sagen werden
„Sobald die ersten Leserstimmen zu meinem Buch eintreffen, werden Sie sie an dieser Stelle finden. Ich bin zuversichtlich, dass die praxisnahe Anleitung vielen Menschen helfen wird, die Sicherheit zu finden, die sie sich wünschen.“

